Die Möbelkollektionen von Mercedes, Lamborghini & Co.

lamborghini möbel riva 1920

„Nein, natürlich ist das Sofa nicht von IKEA. Es ist von Lamborghini.“  Wenn die Luxus-Automobil-Hersteller so weiter machen, könnte dieser Satz schon bald zur Standard-Antwort gut betuchter Design-Liebhaber gehören. Denn Mercedes Benz, Lamborghini, Aston Martin und Konsorten sind schon längst nicht mehr „nur“  im Auto-Geschäft unterwegs.

Die Macht einer Marke nutzen, lautet das gewinnbringende Motto. Was meist bei Taschen, Koffern oder Uhren anfing, erstreckt sich mittlerweile auch auf Möbel und ganze Einrichtungskonzepte. Wir zeigen, wie die Möbel der Luxus-Karossen-Anbieter aussehen und verraten euch, welche Philosophie hinter den Stühlchen und Sofas made by Mercedes und Co. steckt.

mercedes stühle„Interior is in“ – warum die Automobilhersteller jetzt auf Möbelkollektionen setzen

Besonders die Luxus-Automarken leben von ihrem Image und der damit einhergehenden internationalen Fan-Base. Die Kundschaft ist nicht nur außerordentlich kaufkräftig, sondern vor allem bereit, das Portemonnaie für neue Status-Symbole ganz besonders weit aufzumachen. Während Mittelklasse-Anbieter wie Peugeot lieber Zusatzgeschäft generieren, indem sie zurück zu ihren eigentlichen Wurzeln vor Beginn der Automobil-Produktion kehren (Pfeffermühlen), setzt man im Luxus-Segment nun vermehrt auf Möbel und Einrichtungsgegenstände. Getreu dem Motto: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot, meine Esszimmer-Stühle.“

mercedes benz möbel„Drive me Home“ – oder nach Italien

Unter dem Slogan „Drive me Home“ setzen immer mehr Automobil-Hersteller auf (futuristisches) Interior-Design. Vorreiter dieser Bewegung sind die bereits schon erwähnten großen Drei: Mercedes Benz, Lamborghini und Aston Martin. Weil aber Autos und Möbel dann doch irgendwie zwei gänzlich verschiedene Paar Schuhe sind, holen sich die Branchenriesen Unterstützung bei der Möbelmanufaktur Formitalia Luxury Group spa aus Italien. Der Traditionsbetrieb aus der Toskana steht seit Jahrzehnten für hochwertige Designer- und Luxus-Möbel mit dem Label „made in Italy“ und bietet mit zahlreichen Standorten im Stiefel-Land genug Ressourcen und Know-how, um Mercedes und Co. bei der Entwicklung und Produktion ihrer Möbelkollektionen bestens unter die Arme zu greifen.

Mercedes Benz Style, Lamborghini Casa und schnittige Aston Martin Möbel

Beim Design setzen alle drei Hersteller mehr oder weniger auf das gleiche Konzept: Die Möbel sollen die USPs oder zumindest die Hauptattribute der Marken widerspiegeln. So geht es beim britischen Hersteller Aston Martin vor allem um den Aspekt Tempo. Die Optik der Liegen, Tische und Stühle soll an die rasante Geschwindigkeit der Fahrzeuge erinnern und ist daher kompromisslos stromlinienförmig. Dazu haben sich die Möbeldesigner besonders dynamischen Grundformen, weichen Kurven und sanften Rundungen verschrieben, während man bei den Materialien auf einen feinen Mix aus Leder und Aluminium vertraut. Die Bandbreite der Kollektion erstreckt sich dabei von Möbeln für Wohn- und Schlafzimmer über die Büro-Einrichtung bis hin zu Lampen und Leuchten mit innovativen LED-Konzepten.

mercedes benz furnitureBei Mercedes Benz hingegen ist die Möbelkollektion in ein großes Gesamtkonzept mit dem eingängigen Titel Mercedes Benz Style eingebunden. Abgesehen von hochwertigem Interior gibt es hier auch noch Parfüm, Sonnenbrillen oder – für die Millionäre unter den Mercedes Fans – gar einen Helikopter zu entdecken. Aber zurück zu den Möbeln. Hier soll spritzige Eleganz mit solider Zuverlässigkeit und dem Streben nach Perfektion verbunden werden – so zumindest der Eigenanspruch des 1926 gegründeten Unternehmens. Um diesem ambitionierten Ziel gerecht zu werden, wurde bei den Mercedes Möbeln ein besonderer Wert auf die verwendeten Materialien gelegt. Angefangen bei aufwendig veredelten Metallgestellen und mehrfarbig marmorierten Holzelementen bis hin zu – Achtung – Diamantziernähten.

lamborghini casaBei Lamborghini kann man über Anfänger im Möbel-Business nur müde lächeln. Mit der Linie Tonino Lamborghini Casa ist man dort nämlich bereits seit dem Jahr 2005 fest mit der Formitalia Luxury Group verbunden. Die Möbelkollektionen selbst sind nach dem Credo „Klotzen statt Kleckern“ entwickelt worden. Ein Umstand, der auf die Passion des Firmenchefs Ferruccio Lamborghini zurückzuführen ist, der eine hohe Affinität zur Symbolik eines Kampfstieres (Stier war übrigens auch sein Sternzeichen) hatte. Wer bei den Sofas, Liegen, Stühlen, Betten und Co. also einen Hauch von Understatement oder zurückhaltender Eleganz sucht, ist hoffnungslos verloren. Extravagantes Design, dramatische Farbkombinationen und außergewöhnliche Formen treffen hier auf das immer gegenwärtige und ebenfalls wenig zurückhaltende Logo des wütend schnaubenden Stieres.

Alles hat seinen Preis …

… das gilt in diesem Fall natürlich ganz besonders. Das Schlimme aber: Wir können ihn euch nicht nennen. Bei sämtlichen Möbelstücken, egal welchen Anbieters, stößt das Internet tatsächlich an seine Grenzen. „Preise nur auf Anfrage“  heißt es auf den ausgewählten Plattformen. Aber zumindest etwas Gutes hat die Geheimniskrämerei der Hersteller bezüglich der Preisstruktur ihrer Möbelkollektionen: Wer aktuell vornehmlich IKEA und Co. seine Innenarchitekten nennt, muss wohl gar nicht erst nachfragen. Dann eben doch nur die Pfeffermühle von Peugeot.